Montag, 23. Juni 2008

Es geht auch ohne Sturm

Nachdem das Hurricane Festival auch in diesem Jahr nicht ohne mich stattfinden konnte, an dieser Stelle wieder ein kurzer Nachbericht. Fangen wir doch gleich mit dem Wichtigsten an: dem Wetter. Es gab keinen Sturm, keine Fluten, keine spontane Morrbildung, Seenplatten oder ähnliches. Es war eher sonnig, und der Regen half zwischendurch aus, um den Staub in der Moshpit erträglich zu machen.

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Für mich fing das Wochenende nicht bereits am Donnerstag  an - ich musst spontan zu einem Kunden nach Düsseldorf und konnte erst am Freitag sehr spät anreisen. Dadurch verpasste ich Deichkind - das soll laut allen Menschen, die ich traf, der Hammer gewesen sein. Aber das wusste ich ja vorher schon. Zeitlich reichte es für mich nur noch für Teile des Chemcal Brothers Auftritts. Und der war ziemlich gut - ein wenig leise vielleicht, aber das ist schon immer das Problem des Hurricane gewesen. Verstehe nicht, warum die nicht etwas mehr in die Sound-Anlage investieren. 
Am Sonnabend wurde heftigst gegrillt, so etwa ab halb acht a.m., danach folgte ausgiebige Körperpflege (räusper) und dann ein netter Konzterttag. Zu empfehlen: Die Mannequinn, The Wombats, natürlich Maximo Park und Panic at the Disco, Biffy Clyro und wenig überraschend: Foo Fighters am Ende des Tages. Ende des Tages? Nein, nicht ganz. Denn im Zelt bohrten sich noch Digitalism in die Gehörgänge der geneigten Zuhörer. Und davon gabs nach dem Konzert noch einige mehr. Daher hier ein kurzer Live-Zusammenschnitt, der Digitalisms Livequalitäten andeutet:

Der Sonntag stand dann irgendwie im Zeichen der Verschleppung. Der Tempo-Verschleppung. Mich trieb die Leistung der Niederländischen Elftal vom Vortag in die EM-Resignation, die Bands hatten - da waren sich fast alle einig - Valium verabreicht bekommen. Selbst recht gute Festival-Bands wie auch Black Rebel Motorcycle Club spielten behäbig und etwas lahm. Interessante Ausnahme: Flogging Molly. Die Jungs von Eire folgten zeitlich auf Tocotronic, die auch einen ordentlichen Job machten - auch wenn sie mittlerweile etwas zu Dandy für meinen  Geschmack aussehen. Flogging Molly kommt da eher bodenständig und nahbar rüber. Tocotronic mittlerweile etwas zu unglaubwürdig-postrevoluzzerisch.
Dann gaben The Kooks auf der kleinen Bühne ein ordentliches Konzert, während dessen spielten die isländischen Sigur Ros de Hauptbühne für Radiohead frei. Dementsprechend konnte man dort später gut ganz, ganz vorne stehen, da sich das Gelände von hinten füllte und niemand recht glauben konnte, vorne an der Bühne soviel Platz ergattern zu können. Der Radiohead-Auftritt war ganz gut, aber auch nicht überragend. Dennoch: Gut sie mal live gesehen zu haben.
Und so endete dann auch das Hurrican 2008: Gut, dagewesen zu sein. Aber auch nicht viel mehr. Vielleicht lag es am Fehlen des Sturms, der Spannung, der Aufregung, wenn sich Gewitterwolken versammeln um den Menschen die Sonne zu nehmen und den Regen zu schenken. Ich weiß es nicht. Vielleicht sollte ich aber im nächsten Jahr wieder hinfahren, und das weiter im Auge behalten...

Kommentare:

Tobias hat gesagt…

Mann, Chemical Brothers hätte ich auch gern mal live gesehen. Und natürlich Flogging Molly. Dachte, die hätten sich mal aufgelöst? Jedenfalls spielen die übermorgen (oder Freitag) in Göteborg. Aber da gibts ja woanders auch was zu feiern...

Schleufi hat gesagt…

Du sprichst mir aus der Seele - gut, da gewesen zu sein...aber eben auch nicht mehr...verwunderlich, bei dem Line-up...