Mittwoch, 8. Juli 2009

Dave Matthews und Tim Reynolds, Showcase Hamburg

Die Dave Matthews Band begleite ich nun schon seit vielen Jahren. Kein Wunder, sie besteht ja auch schon seit Anfang der Neunziger. Ich verliebte mich etwa 1997 in »Crash into me« vom 1996er Album »Crash«. In Deutschland oder allgemein in Europa ist sie bisher kaum in Erscheinung getreten. Und auch ich würde sie nicht kennen, wenn ich nicht irgendwann auf einem Mixtape eines Freundes dieses Lied gefunden hätte. In Amerika haben sie mehr als 30 Millionen Platten verkauft und sind eine der erfolgreichsten Live-Bands überhaupt. Das soll sich nun auch auf Europa ausweiten. Und zwar mit dem Album »Big Whiskey @ The GrooGrux King«. Es stehen ein paar wenige Auftritte in Europa an, im Herbst vielleicht sogar in Deutschland. Für das neue bei Warner Music erschiene Album kamen Frontmann Dave Matthews und Gitarrenvirtuose Tim Reynolds zur Warner-Dependance in die Speicherstadt und spielten ein kleines Showcase für Journalisten und Glückliche, die ein Ticket dafür gewonnen hatten.

Was soll ich sagen: Es war ziemlich großartig. Aber was bedeutet das aus dem Munde eines »Fans«? Vielleicht doch eine ganze Menge. Ich habe die Band noch nie live gesehen. Es spielte sich also die letzten mehr als zehn Jahre alles in meinem Kopf ab. Ich stellte mir vor, wie toll das sein könnte. Wie emotional Dave Matthews seine teilweise sehr komplexen Texte, die an einigen Stellen durchaus als Literatur durchgehen, rüberbringt. Wie geschickt Reynolds eine Verbindung mit seiner Gitarre eingeht und wie sehr ich die Zeit zu den Klängen genießen würde. Aber eben alles nur in meinem Kopf. Manchmal schneidet das reale Konzerterlebnis dann aber die Zöpfe der jahrelangen Erwartungen einfach ab. Man weiß dann nicht so richtig, wie einem geschehen ist, aber irgendwas stimmt dann einfach nicht mehr.
Nicht so an diesem Abend. Auf den Holzbohlen im alten Speichergebäude sitzend, genossen wir gemeinsam das Acoustic-Set. Beginnend mit »Gravedigger« von dem 2003er Soloalbum »Some Devil« über »Bartender« vom Longplayer »Busted Stuff« hin zu einigen Stücken vom neuen Album, das Matthews' Meinung nach das bisher beste der Bandgeschichte ist. Trotz oder gerade wegen des tragischen Todesfalls von Saxophonist LeRoi Moore, der Ende des vergangenen Jahres verunglückte. Ihm gewidmet sei der Song »Why I am« (Video-Link zu HD, Acoustic mit Tim Reynolds wie beim Showcase in Hamburg), gemeinsam mit »Funny the way it is« zwei der Highlights des aktuellen Albums. Matthews wirkte etwas kaputt von der letzten schlafarmen Konzertnacht, hatte leichte Probleme mit der Stimme aber gab für die etwa 50 Anwesenden wie gewohnt alles. Extrem verschwitzt aber locker sprach er danach davon, sich auf ein Konzert geimsam »with the whole circus« in Deutschland zu freuen. Ich freue mich ebenfalls, nach wie vor.

If Ive gone overboard
Then Im begging you
To forgive me

Kommentare:

thomas jens hat gesagt…

hallo marco
auch ich war am montag mit nem kumpel zugegen. hatte das glück, zwei gästelistenplätze bei laut.de zu gewinnen. was soll ich sagen. es war sagenhaft. wir kamen um 17 uhr dort an, mussten erstmal die strasse suchen, und als wir da warner gefunden hatten, lief er uns auch schon vor der tür in die arme. er hatte wohl ein interview, lief mit einer jungen dame in der speicherstadt umher ! später im eingangsbereich bei den sitzen und der "bar" war er auch nochmal und grüsste uns. vor lauter verwunderung brachten wir nur ein "hi" über die lippen. zum konzert selber haste ja alles gesagt, es war wirklich chillig und sehr gemütlich, gutes set und gegeben haben sie beide ihr allerbestes, was möglich war !

Tobias hat gesagt…

Schönes Fazit! Ich hatte ja keinen Schimmer, dass Dave Matthews samt Band Dich schon so lange bewegt.

marco hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
marco hat gesagt…

Hatte das auch zugegebenermaßen einige Zeit verdrängt, bzw. nicht wirklich gehighlighted. Aber nicht vergessen...

Olaf Bathke hat gesagt…

Oh, die muss ich mal wieder hören...Live in Chicago ist die beste live Platte, die ich kenne

LG aus Kiel
Olaf Bathke