Sonntag, 25. April 2010

Der ewige Karikaturenstreit ... Comedy Central zensiert Southpark

An den Karikaturenstreit könnt hr euch noch erinnern? Ja? Wenn nein, dann gibt hier eine akademische Aufarbeitung und Einordnung sowie Chronologie des ganzen Themas. Ein dänischer Cartoon stellte den Mohammed in einer Weise dar, die einigen Muslimen stark aufstieß, weswegen dann unter anderem dänische Botschaften Ziel von Anschlägen wurden und den Verlegern mit Rache gedroht wurde. Ein in Deutschland auch sehr bekanntes Opfer von islamistischer Gewalt ist der Niederländische Filmemacher Theo van Gogh. Er wurde von einem Extremisten getötet, weil er unter vielen anderen kritischen Filmen, auch einen über die Rolle der Frau im Islam gedreht hatte.

Diesem Thema haben sich die Macher der US-Cartoonserie Southpark auch schon angenommen. In den beiden letzten Folgen, "201" und "200" betitelt, beinhaltet die Storyline auch das Auftauchen von Mohammed. Genau wie andere religiöse Gallionsfiguren, wie etwa, Jesus, Buddha und Krishna, gehört er in der Geschichte zu dem Geheimbund "Superbestfriends" und setzt sich für die Rettung der Welt ein. Tendenziell also etwas positives. Wie dem auch sei, um darauf hinzuweisen, wie stark aus Angst vor gewissen gesellschaftlichen oder religiösen Gruppen mit hohem Gewaltpotenzial oder aber Gruppen mit starker Macht in anderen Bereichen mittlerweile in den Medien zensiert wird, wird Mohammed nicht gezeigt, sondern permanent mit einem dicken schwarzen "censored" Balken dargestellt.

Die Rahmenhandlung geht in etwa so: Die Geschichte geht ungefähr so: Einer der Jungs von South Park beleidigt Tom Cruise, der daraufhin den gesamten Ort mit einer Prozeßlawine überziehen will. Cruise sammelt 200 Promis, die auch schon von South Park beleidigt wurden – Bono, Hillary Clinton, Paris Hilton etc. Nur unter einer Bedingung will er sich abbringen lassen von seiner Klage: Er verlangt, dass die South Park Jungs – die einen Draht zu Jesus haben – ihm einen Kontakt zum Propheten Mohammed besorgen. Denn Mohammed hat eine geheime Kraft, von der alle Promis träumen: Er kann nicht mehr beleidigt werden. Niemand kann ihn auch nur abbilden ohne Gefahr an Leib und Leben. Ein Promi-Traum!

Auch dies ist einigen extremen Gruppen (interessanterweise setzten diese sich in diesem speziellen Fall hauptsächlich aus Konvertiten, teilweise mit Evangelikaner-Hintergrund, zusammen) bereits zuviel und tatsächlich bekommen die Southpark-macher Drohungen - mit Verweis auf das Schicksal des getöteten Theo van Gogh.
Ich kann das ja verstehen, dass man sich als Anhänger einer Religion mal auf den Schlips getreten fühlt, aber gleich sowas? Wie oft müssten dann Christen durch die Gegend laufen und irgendwas sprengen. Oder die Mormonen erst...
Interessant ist auch, dass der Sender die Folge nicht so online stellen wird, wie die Macher es haben wollen, das auch hier eingeknickt wird.

Am Donnerstagabend zeigten sich auch die Southpark-Masterminds Trey Parker und Matt Stone enttäuscht. Die ganzen Beeps in der Folge waren nämlich keineswegs irgendeine Art von Joke auf der Metaebene, wie ich gedacht habe. Die haben da wirklich vom Sender aus etwas gebeept...

In the 14 years we’ve been doing South Park we have never done a show that we couldn’t stand behind. We delivered our version of the show to Comedy Central and they made a determination to alter the episode. It wasn’t some meta-joke on our part. Comedy Central added the bleeps. In fact, Kyle’s customary final speech was about intimidation and fear. It didn’t mention Muhammad at all but it got bleeped too. We’ll be back next week with a whole new show about something completely different and we’ll see what happens to it.

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