Freitag, 4. Februar 2011

Ohne Verstärkungen in den Abstiegskampf

Der Tabellenvierte gegen den 15. – vor der Saison hatte man damit gerechnet. Nicht jedoch damit, dass der SV Werder Bremen kurz vor dem Relegationsplatz am Ende der Tabelle dem Abstiegskampf entgegentaumelt und Mainz 05 nach einem ungeahnten Höhenflug weiterhin reelle Chancen auf einen Champions-League-Platz hat. Dennoch hat Klaus Allofs von namhaften oder erfahrenen Verstärkungen in der kürzlich beendeten Transferperiode abgesehen. Das sportliche Management sieht die im Kader stehenden Spieler in der Pflicht und auch in der Lage, sich aus der misslichen Situation aus eigener Kraft zu befreien.

Die neuen Spieler sind ausdrücklich für die Zukunft geholt worden und helfen in der konkreten Situation nicht. Wobei der in Brasilien zuletzt ohne Vertrag dastehende 24-jährige Defensivmann Samuel gegen Mainz im Kader stehen wird (UPDATE: Samuel ist nicht dabei). Ebenso Stürmer Denni Avdic. Neuzugang Predrag Stevanovic, 19-jähriger Mittelfeldspieler, der von Schalkes zweiter Mannschaft nach Bremen kam, wird bei Werder II Spielpraxis sammeln und soll sich in der Zukunft empfehlen.

Bremen geht nach zuletzt zwei Niederlagen gegen Köln und Bayern verunsichert ins Spiel gegen die »Wundertruppe« von Trainer Thomas Tuchel. Das hanseatische Umfeld versucht, so gut es geht, Ruhe auszustrahlen. Obwohl mit Blick auf die letzten fünf Spiele sogar vier Niederlagen zu verzeichnen sind. Das Spiel gegen die Bayern werteten verschiedene Kommentatoren zwar als Schritt in die richtige Richtung, bei dem zumindest der Einsatz gestimmt hätte. Ehrlicherweise waren die Werderaner nach dem Ausgleichstor ohne Chance und sind in der Folge als Mannschaft zerfallen. Trauriger, unnötiger und für den Abstiegskampf belastender Höhepunkt: Eine peinliche Attacke von Tim Wiese auf Bayern-Stürmer Thomas Müller, die zurecht mit einer roten Karte geahndet wurde. Drei Spiele wird Wiese fehlen, dessen Paraden doch so wichtig für die Mannschaft sind.

Unter der Woche wurde in Bremen intensiv trainiert. Wer auf dem Trainingsplatz vorbeischaute kam in den zweifelhaften Genuss von lautstarken, teilweise sehr ruppigen Ansagen seitens Thomas Schaaf. »Der Trainer erreicht die Mannschaft noch« ist das klare Statement von Klaus Allofs. Clemens Fritz und andere Spieler quittierten die Kommentare durch Schaaf teilweise jedoch nur mit einem Kopfschütteln. Dennoch: Die Fans stehen weitestgehend hinter Trainer Schaaf und auch hinter der Mannschaft. Diesen enormen Kredit hat sich das Team mit den Leistungen der letzten Jahre auch redlich verdient. Aber auch der wird einmal aufgebraucht sein.

Wie sich dieses Verhältnis weiterentwickelt, hängt von den kommenden Spielen ab. Und Mainz ist ein schwerer Gegner dieser Tage. Lewis Holtby, Andre Schürrle und Co. zelebrieren schnellsten Offensivfußball. Bremens Defensive hat bereits 42 Gegentore zugelassen und wird erneut mächtig unter Druck stehen. Die folgenden Gegner von Werder sind dann Hannover und der HSV. Spannende Wochen also für alle Werder-Fans.

Am Sonnabend ab 15.15 Uhr gibt es den Live-Blog zum Spiel hier.

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