Mittwoch, 10. April 2013

Facebook? Und ich so: "Och nöö."


In Sachen Facebook bezeichne ich mich mal als einen richtigen "early adopter". Bereits 2005/06, im Auslandssemester in Finnland, habe ich mich registriert, um mich mit Freunden und der Familie auszutauschen, auf dem Laufenden zu bleiben und andere an meinem Leben teilhaben zu lassen.

Lange hat es mir sehr, sehr großen Spaß gemacht. Aber die Zeiten sind vorbei. Dafür gibt es viele Gründe, einige davon haben sicherlich nur bedingt mit Mark Zuckerbergs Unternehmen zu tun, andere wiederum mehr. Ein besonders wichtiger aber: Irgendwie bin ich es langsam leid. Ich merke, wie ich lieber Google+ nutze oder tatsächlich "nur" noch Twitter. Hier ist die Diskussion faktischer, es geht insgesamt weniger oberflächlich zu. Zumindest ist das mein momentaner, rein subjektiver Eindruck.

Lieber clevere Alternativen für Nischen - keinen Monopolisten


Und für die (manchmal durchaus gewünschte, reine Betrachtung an der) Oberfläche gibt es Instagram oder Pinterest. Der Kauf von Instagram durch facebook und die schlechte Kommunikation um die in dem Zusammenhang anstehenden Änderungen bei den Datenschutzbestimmungen hat mich auch sehr, wie man so schön sagt: "abgetörnt" in Bezug auf facebook. Auch dieser Anspruch, den das Unternehmen hat, mittlerweile alle Dienste zu vereinen, alles zu können, deckt sich nicht mit dem, was ich mir wünsche. Es ist gut, das es immer wieder neue Anbieter in Nischen gibt. Ich möchte keinen Monopolisten.


Aber zurück zu meinen eigenen Beweggründen: Mittlerweile bekomme ich viele Anfragen von Leuten, die ich wirklich nur vom Sehen her kenne, und bei denen das auch immer so bleiben sollte. Nicht, weil die mir nicht gefallen, ich sie nicht mag. Nein, nur, weil es einfach nicht "passt", nie gepasst hat. Klar könnte ich die Anfrage ablehnen, aber das mache ich dann meist auch nicht. Also gibt es eine Liste mit entsprechenden Einschränkungen. Aber bringt das irgendeinen irgendwie weiter? Da müsste ich also mal bei mir anfangen und ehrlich sein und abschalten. Aber erst heute (es ist noch vor 11 a.m.) habe ich zwei Dinge gepostet. Borussia Dortmund sei Dank.

Sklaven der Werbung?


Wofür das Unternehmen aber durchaus etwas kann: die vermehrte Einblendung von Werbung. Vor allem auf den mobilen Geräten ist das langsam kaum noch zu ertragen. Als jemand, der im Bereich Unternehmenskommunikation arbeitet, bin ich mir der vielen tollen Möglichkeiten bewusst, die das Marketing über facebook bietet: zielgenau und schnell, kontrollierbar etc.

Bildquelle: http://bbugmy.com
Von Zuckerberg und den Seinen kommen gerne folgende Aussagen: Man möchte es uns noch leichter machen, die Werbung zu bekommen, die einen Mehrwert für uns hat. Das ist nett gesagt, entspricht aber nicht der Realität. Es geht darum, den Unternehmen möglichst viele relevante Klicks zu beschaffen. Da kann man doch ruhig mal ehrlich sein.


Angaben zum Datenschutz bei Facebook Home nur vage  


Und nun also Facebook Home. Zuckerberg bezeichnet Home als eine “Familie von Apps”, die aber zugleich die Aufmerksamkeit weg von Aufgaben und Apps sowie hin zu den Menschen lenken soll. Home legt sich mit bildschirmfüllenden Fotos über Homescreen wie Sperrbildschirm, stellt das Social Network und seine Features in den Mittelpunkt. Angaben zum Datenschutz? Nur vage. So sammelt Facebook Daten über jegliche Interaktion mit dem Service, und speichert diese für 90 Tage vollständig identifizierbar, bevor sie anonymisiert werden. Wie das Unternehmen herausstreicht, unterscheidet sich dies zwar nicht von der "normalen" Nutzung von Facebook, allerdings werden bei Facebook Home wesentlich mehr Daten gesammelt (Quelle: Der Standard). ein Glück, man muss fb Home ja nicht nutzen. Zumindest noch nicht. Und für mein Endgerät gibt es diesen Socialphone-Screen nicht.

Man sollte sich mal fragen: Würde ich heute noch facebook beitreten, wenn ich da nicht schon wäre?

Was mir persönlich aber eigentlich viel wichtiger ist: Ich bin mal fb beigetreten, weil ich mit Menschen in Kontakt bleiben wollte, nicht, weil ich die "richtige" Werbung für mich haben wollte. Man sollte sich mal fragen: Würde ich heute noch facebook beitreten, wenn ich da nicht schon wäre? Ich glaube, viele Menschen würden das mit "Nein" beantworten. Aber da der Menschen nun einmal ein Gewohnheitstier ist (Nicht nur im Spaß, sondern wissenschaftlich erwiesen) , bleiben wir alle einfach dabei. Vorerst.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Interessant und auf dem Punkt Marco. Aber ... letzendes da "alle" schon bei Facebook sind finde ich es weiterhin eine passende Methode / Werkzeug alle zu erreichen auf einen Schlag oder aber auch Einzelpersonen mit eine kleine Aufmerksamkeit, Lebenszeichen oder Kommentar zu bedienen. Ich wüsste keine Alternative bei dem so viele von "alle" vertreten sind - bin mir aber ziemlich sicher dass wenn alle "umsteigen" werden dass wir bald wieder der gleichen Problematik dort hatten.
LG, Pete

Marco hat gesagt…

Ja, das stimmt. Ich sehe auch noch keine wirkliche Alternative. Aber die wird kommen. Und dann wird es sehr interessant zu hören, ob sich das Netzwerk dann wirklich genauso entwickelt wie Facebook, d.h. die gleichen Maßstäbe an Marketing etc. anlegt, oder vielleicht gar ein anderes Geschäftsmodell entwickelt wird? Mal abwarten ...