Freitag, 24. Januar 2014

Studie gibt der "Epidemie" Facebook noch vier Jahre ### update

Ich mag es, sich die Welt ab und an mit anderen Augen zu erschließen. Dazu gehört für mich unter anderem, als Medienwissenschaftler oder Kommunkator, wie ich es nun einmal bin, eine andere Brille aufzusetzen. Daher beschäftige ich mich seit einiger Zeit mit der Biologie. Genauer: dem Leben und Sterben von Zellen. Da passt es gut, dass Wissenschaftler der Princeton University in New Jersey (USA) nun eine Studie vorgestellt haben, in der sie das Netzwerk Facebook und dessen Verbreitung mit einer Infektionskrankheit vergleichen. Ein multimedialer Outbreak sozusagen.


Es gibt mathematische Formeln, mit denen Biologen errechnen könenn, wie lange eine Epidemie braucht, um sich zu verbreiten und ab wann sie wieder zurückgeht und irgendwann nicht mehr (oder so gut wie gar nicht mehr) auftritt. Von diesem Formeln haben die Biologen nun einige angepasst und auf das "ansteckende" soziale Netzwerk Facebook übertragen.

Einer der Werte für die Berechnung ist der Anteil an "infizierten" Nutzern. Dafür haben die Forscher ermittelt, wie oft der Begriff Facebook bei Google gesucht wurde."Die Anzahl der Suchanfragen deutet darauf hin, dass Facebook bereits den Höhepunkt seiner Popularität erreicht hat", schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie. Seit 2012 sei ein Abwärtstrend zu beobachten. (via Golem)
Facebook verliert in vier Jahren 80 Prozent der Nutzer

Das Ergebnis dürfte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erschrecken und einige Skeptiker erfreuen: Zwischen 2015 und 2017 wird Facebook etwa 80 Prozent seiner Nutzer verlieren. Nun wird Facebook schon oft der Abstieg hervorgesagt, eingetreten ist er bislang noch nicht. Es bleibt spannend, ob die Biologie hier auch in Sachen Facebook Recht behält.

Für Marketing- und PR-Leute ist die Nachricht eine Bestätigung, nicht nur auf einen Social-Media-Kanal zu setzen. Und vor allem: Nicht nur auf die etablierten Dienstleister schauen: Die sind im Zweifel schnell wieder weg. Wie schnell sich die Onlinelandschaft verändert, musste auch schon der ehemalige Liebling der Netzgemeinde, myspace, schmerzhaft erfahren. Es spielt schlicht keine Rolle mehr. Die Biologen haben die Wachstumskurve von Myspace mit der von Facebook verglichen: Sie ähneln sich.

Chance aus dem negativen Wachstum?

Für Facebook blieben bei dem Verlust von 80 Prozent der aktuell 1,2 Milliarden User noch 200- bis 300 Millionen übrig. Legt man vor allem zu Grunde, dass viele Internetfirmen, gerade aus den USA, einem Wachstumsdiktat unterliegen (grow or go) sind die schreckhaften Investoren sicher schnell wieder von Bord. Die Frage müsste aber eigentlich lauten: Welche 300 Millionen bleiben dem Unternehmen erhalten? Vielleicht sind diese dann besonders treu, besonders gut zu bewerben? Es muss also nicht das Ende des Unternehmens sein.

### Update am 27.01.2014 ###

Die Kollegen von Facebook selbst, bzw. deren Analysten haben sich die Arbeit der Forscher aus Priceton einmal vorgenommen und dazu einen humoristischen Beitrag geschrieben: Bottom Line: Basierend auf Suchabfragen bei Google wird es ab 2021 in Princeton keine neue Studenten mehr geben und ab 2060 auch keine Luft mehr zum Atmen auf dieser Erde. ;-)

We don’t really think Princeton or the world’s air supply is going anywhere soon. We love Princeton (and air). As data scientists, we wanted to give a fun reminder that not all research is created equal – and some methods of analysis lead to pretty crazy conclusions. (Mike Develin/Facebook)

1 Kommentar:

Tobias hat gesagt…

Bin gespannt, wie das ganze in Zukunft weiter geht und was sich Facebook einfallen lässt, um endlich wieder mehr Nutzer an sich zu ziehen.