Donnerstag, 20. Februar 2014

Whatsapp und die Frage nach der Monetarisierung

Facebook kauft Whatsapp.


Advertising has us chasing cars and clothes, working
jobs we hate so we can buy shit we don’t need.

– Tyler Durden, Fight Club 

(Zitat im Juni 2012 auf dem Whatsapp Corporate-Blog)

Aus Sicht von Facebook sicher ein nachvollziehbarer Schritt. Oder auch nicht. 19 Milliarden (19.000.000.000 US-Dollar) sind ein unfassbarer Betrag für ein Unternehmen, dass mit nur 55 Mitarbeitern ein SMS-Äquivalent sein einziges Produkt nennt. Aus Sicht von Facebook ist das sicher anders: US-Unternehmen, die an der Börse notiert sind, müssen wachsen, um Investoren zu überzeugen und einen guten Aktienkurs zu halten. Es reicht tatsächlich nicht aus, dass genügend Autos verkauft oder im Fall von Facebook: Werbedeals abgewickelt werden. Wachstum zählt.

Und das stagniert, zumindest in vielen relevanten Märkten und in der sehr relevanten jüngeren Zielgruppe.Und Whatsapp wächst. Täglich laden angeblich eine Million neue Kunden die App gegen einen kleinen Obolus herunter.

Whatsapp: "Warum wir keine Anzeigen verkaufen"

Und aus Sicht von Whatsapp? Für die Gründer Jan Koum und seinem Freund Brian Acton ist der Deal aus finanzieller Sicht über jeden Zweifel erhaben. Vielleicht sind die beiden auch einfach zu der Überzeugung gekommen, dass es schwierig werden könnte, mit Whatsapp langfristig Geld zu verdienen. Denn bis auf den Downloadpreis von unter einem Euro verdient das Unternehmen erstmal nichts mehr.

Bei Whatsapp hatte vor anderthalb Jahren zu Werbung und ähnlichen Themen - und sicher auch zu Facebook - noch eine andere Meinung. Schade.

Im Juni 2012 schriebJan Koum auf dem hauseigenen Blog:
(...) Heutzutage wissen Unternehmen buchstäblich alles über Sie – über Sie persönlich, Ihre Freunde und Ihre Interessen. Dieses Wissen dient zu einem nicht geringen Teil dazu, Anzeigen zu verkaufen.
Als wir uns vor drei Jahren zusammensetzten, um etwas Eigenes zu machen, wollten wir etwas aufbauen, das nicht nur eine weitere Werbeplattform sein sollte. Wir wollten unsere Zeit damit verbringen, einen Dienst zu entwickeln, den Menschen deshalb nutzen wollten, weil er funktionierte, Geld sparte und das Leben ein wenig einfacher machte. Wir wussten, dass wir die Menschen einen Betrag dafür bezahlen lassen könnten, wenn unser neuer Dienst genau diese Erwartungen erfüllen würde. Wir wussten auch, dass wir genau das tun könnten, was die meisten Menschen sowieso jeden Tag versuchen: Dem konstanten Strom von Werbebotschaften zu entfliehen.

Sobald Werbung im Spiel ist, sind Sie, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt.

(...) Hier bei WhatsApp verbringen unsere Ingenieure ihre ganze Zeit damit, Fehler zu beheben, neue Funktionen hinzuzufügen und komplexe Probleme zu lösen. Und das mit dem Ziel, einen reichhaltigen, erschwinglichen und zuverlässigen Messenger auf jedem Handy der Welt zu bieten. Das ist unser Produkt. Das ist unsere Leidenschaft. Daten über Sie persönlich, Ihre Interessen oder Ihr Kaufverhalten spielen für uns keine Rolle. Wir sind einfach nicht daran interessiert.






1 Kommentar:

جمعة اشرف hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.