Donnerstag, 9. Oktober 2014

Mit dem Smartphone auf die Balz

Wir haben es immer schon geahnt. Aber aufgrund des eigenen Egos wohl nicht wahrhaben wollen und uns hinter Technikaffinität oder ähnlichem versteckt. Eine Studie der Uni Würzburg versichert uns nun jedoch: Das Smartphone für den Mann muss neu, groß, schick, am besten von der Apfelfirma aus Cupertino sein. Nicht, um das leistungsfähigste Gerät zu haben. Nein, um zumindest dem eigenen Befinden nach bestmöglich ausgestattet auf Brautschau gehen zu können.

Wem das arg nach Steinzeit klingt, dem sei gesagt: Unser Gehirn, unsere Psyche - und viel mehr: unsere Motive - haben sich seitdem auch nicht so stark weiterentwickelt. Diesbezüglich habe ich bei der Wissenschaftlerin Christine Hennighausen noch einmal nachgehakt:

Hennighausen: Bei der kurzfristigen Partnerwahl spielen Äußerlichkeiten (z.B. Aussehen oder Statussymbole - zu denen auch ein Smartphone gehöre kann) eine große Rolle. Studien zeigen, dass diese "Oberflächlichkeiten" auf die Qualitäten des Kurzzeit-Partners Rückschlüsse zulassen, z.B. sind besonders attraktive Menschen gesünder und mögliche Nachkommen haben dann auch einen Vorteil bei der Partnerwahl, wenn sie die ansprechenden Äußerlichkeiten erben.

Blog: Und das ist bei Statussymbolen und teuren Luxusgütern ähnlich?

Hennighausen: Hier ist es so, dass diese die Bereitschaft des (in diesem Fall) Mannes signalisieren, dass er risikofreudig ist (was wiederum auf seine genetische Veranlagung Rückschlüsse ziehen lässt) und auch die (monetären) Ressourcen besitzt, um diese Lusuxgüter zu kaufen. Dies macht ihn interessant als Kurzzeitpartner, da er der Partnerin auch eher schnell Ressourcen zur Verfügung stellen kann.  Im Umkehrschluss gibt er seine Ressourcen aber auch eher unbedacht aus und spart diese nicht für eine langfristige Partnerin und eine potenzielle Familie auf. 

Blog: Also doch: wie in der Steinzeit!

Hennighausen: Da Sie nach einem Steinzeitvergleich gefragt haben: da gibt es Forschung die sagt, dass z.B. besonders aufwändig und schwer herzustellende Faustkeile eine ähnliche Signalwirkung in der Partnerwahl hatten, d.h., dass Männer, die ein besonders anspruchsvolles Faustkeil hergestellt hatten, damit auch ihre verborgenen Qualitäten  als Partner zeigen und damit attraktiv für Steinzeitfrauen sind. Bei den Smartphones ist das natürlich so, dass die Männer diese nicht selbst herstellen, aber bereits ein solches Produkt zu besitzen zeigt, dass man Geschmack hat. Zudem "verschwendet" man wertvolle Ressource darauf und spart diese nicht auf.

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