Freitag, 31. Oktober 2014

ESA macht Spannendes noch spannender - mit Aiden Gillen


Nun ja. Wissenschaftskommunikation kann mitunter ein wenig schwierig sein. Die Bedeutung von Grundlagenforschung erschließt sich nicht jedem. Und sicherlich kann man über den Sinn und Unsinn so einiger vermeintlicher Forschungsprojekte streiten. Oft im Verruf, eher Geld zu verschwenden und maximal Eträge und Wissenszuwachs für die Rüstungsindustrie zu liefern, ist die Raumfahrt. Das Thema ist zu komplex, um es hier in aller Ausführlichkeit zu besprechen. Meine persönliche Meinung: Es macht durchaus Sinn, sich der Unendlichkeit des Alls und den Objekten darin anzunähern und sich damit auch unserem Ursprung anzunähern.

Folgenden Trailer hat die Europäische Weltraumorganisation ESA mit großem Aufwand und Schauspielern wie Aiden Gillen (jepp "Petyr 'Littlefinger' Baelish", Game of Thrones) zur aktuellen Rosetta-Mission gemacht. Zugegeben: Die Mittel, die der esa zur Verfügung stehen, sind sicher ebenso einzigartig wie ihre Forschungsprojekte. Dennoch: "Ambition" ist wirklich gut gemacht und mehr als eye-candy. Wissenschaftskommunikation at its best.




Mich fasziniert das Projekt enorm. Ich freue mich sehr, die Landung (wahrscheinlich) aus dem Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt (ESOC) verfolgen zu können. 2004 brachte eine Ariane Trägerrakete die Raumsonde Rosetta ins All. Mit im Gepäck: der Lander Philae. Nach einer langen Reise umkreist das Duo den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Am 12. November soll Philae dann zur Landung aufsetzen: Es wäre das erste Mal, das solch ein komplexes Unterfangen gelänge. Aber warum machen "wir" sowas?

Kometen erlauben Einblicke in die Entstehungszeit unseres Sonnensystems

Kometen bestehen aus dem ursprünglichsten Material, das es in unserem Sonnensystem gibt. Zur Zeit, als sich die Planeten bildeten, vor knapp fünf (!) Milliarden Jahren, war dieses Material Bestandteil des präsolaren Nebels. Um die Entwicklung des Sonnensystem zu verstehen, ist dieses Material ein Schlüssel. Kometen erhalten zudem organisches Material. Haben Einschläge auf der Erde zur Entstehung des Lebens auf der Erde beigetragen?

Weiterer interessanter Punkt sind die komplexen Anforderungen an Elektronik und Mechanik.Gerade im Bereich Robotik und Telematik wird viel an Robotern geforscht, die beispielsweise bei Katastrophen autonom auf Rettungseinsatz gehen oder ähnliches. Auch sie müssen im besten Fall über eine große Zahl an Sensoren viele Daten gleichzeitig verarbeiten und (teil-) autonom Entscheidungen treffen. Erfahrungen aus Projekten wie Rosetta sind hier von großer Bedeutung. Vom Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt aus kann am Landeprozess wenig eingewirkt werden: Durch die große Entfernung zur Erde beträgt die Signalzeit mehrere Minuten.

Weitere Infos und Videos

Der Deutsche Raumfahrer Alexander Gerst (hier sein Blog), aktuell auf der Internationalen Raumstation ISS im Einsatz, hat in einem Versuch demonstriert, wie schwierig es sein kann, bei Zero-G einen Gegenstand auf einem andren zu "landen".


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