Freitag, 14. November 2014

Pressearbeit der ESA in Sachen #CometLanding - SpaceBuddies

Am Mittwoch konnte ich die Landung der Sonde Philae auf dem Kometen 67P "Tschuri" live im Europäischen Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt mitverfolgen. Viel wurde in den Medien darüber bereits berichtet. Die spannenden Fakten zu der gesamten Rosetta-Mission – von der die Landung auf der Oberfläche des Kometen nur ein vergleichsweise kleiner Teil ist – gibt es ausführlich auf der Website der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA.

Hier soll es nur kurz um die Medienarbeit der ESA an sich gehen. Auch wenn es sich bei der ESA um eine sehr starre, supranationale Organisation handelt (man verlässt genau genommen sogar das deutsche Staatsgebiet, wenn man das Gelände in der Nähe des Hauptbahnhofs in Darmstadt betritt), war die Medienarbeit wirklich hervorragend.

Leichte Enttäuschung über die Darstellung als Bruchlandung

Ob es nun die Bereitstellung von Video- und Audiomaterial und natürlich von Bildern war oder jegliche andere Anfrage: schnell und vor allem freundlich hat man stets versucht, zu helfen. Zudem wurden auch die schrillsten Interviewanfragen mit stoischer Ruhe und Freundlichkeit bedient – und dies, obwohl die Wissenschaftler und Ingenieure fast ausnahmslos vor dem wichtigsten beruflichen Ereignis ihrer beruflichen Karriere standen, und damit unter Druck.

Schade nur, dass beispielsweise Spiegel Online die erfolgreiche Landung wie folgt betitelte: " Esa und DLR feiern Landung zu früh." Man bezog sich dabei auf die etwas holprige Landung und den mittlerweile bestätigten Stand auf zwei anstatt der drei Landebeine. Dennoch ist die Landung in der Fachwelt ein Erfolg. Die Darstellung als "Bruchlandung" enttäuschte einige Forscher vor Ort, wie im persönlichen Gespräch merken konnte. Das ollte auch noch hinzugefügt werden: Alle Menschen, selbst diese vermeintlichen Super-Space-Physiker waren total zugänglich und offen für Fragen.

Allein, dass man nach einer Reise von mehr als 6,6 Milliarden Kilometern und mehr als zehn Jahren im All überhaupt hier angelangt ist, ist kein Wunder - es ist das Ergebnis harter Arbeit, von Hingabe und Exzellenz. Nun soll das hier keine Medienkritik werden und die kritische Betrachtung solcher Ereignisse ist sicher die Aufgabe von uns Journalisten - aber ob man das negative, den Zweifel so in den Vordergrund stellen muss? Ich denke nicht.

Vorbildlich in der Social-Media-Kommunikation

Was aus der Projektkommunikation heraussticht, ist der Bereich Social Media. Hier werden natürlich alle relevanten Kanäle über Twitter, Facebook, Youtube und Co. Bespielt. Aber eben nicht einfach nur bespielt, also mit Inhalt gefüllt. Die (zugegeben recht nahe liegende) Idee, die Sonde Rosetta und ihren Lander Philae zu personalisieren wird konsequent und vor allem liebevoll verfolgt. Unten ein kurzer Auszug.

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