Samstag, 29. August 2015

Ausprobiert: Suunto Ambit 3 Peak - Multifunktionsuhr nicht nur für Bergsteiger

Mittlerweile ist die Suunto Ambit 3 Peak seit einem Dreivierteljahr auf dem Markt. Nachdem ich bereits die Multisport-GPS-Uhren Polar V800 und Garmins fenix2, von der es mittlerweile auch schon die dritte Auflage gibt, testen konnte, folgt hier ein kurzer Überblick über Suuntos Flaggschiff.

Der größte Unterschied zum Vorgänger Ambit 2: Jetzt ist die Herzfrequenzmessung auch beim Schwimmen möglich, die Übertragung erfolgt per Bluetooth. Zudem gibt es einen Activity-Tracker und die mittlerweile wirklich gut programmierte Suunto Movescount App.

Zielgruppe und Lieferumfang
Die Ambit 3 Peak richtet sich an Bergsportbegeisterte. Ein Ausdruck dessen ist das eingebaute Barometer und die dadurch mögliche Höhenmessung. Neben der Anzeige der Höhe bietet die Uhr eine gewisse Spielerei, die ich öfters genutzt habe: Die Anzeige der Entwicklung des Drucks und damit auch eine Möglichkeit, größere Wetterumschwünge vorauszusehen. Weitere Modelle sind die Ambit 3 Sport und Run. Dann beispielsweise ohne Barometer, jedoch auch mit einem geringeren Preis.


Karton, Kurzanleitung, Garantiekarte, USB-Verbindungs- und Ladekabel, Bluetooth Smart-Brustgurt und die Sapphire-Variante der Uhr. Die lange Variante der Anleitung ist auf der Webseite von Suunto als PDF-Download erhältlich. Und die brauchte ich auch, um durch die vielen Funktionen zu navigieren.

Tragekomfort, Design und Display

Die Uhr ist recht groß am Handgelenk und mit von mir gewogenen 91 Gramm auch nicht wirklich leicht. Sie trägt sich dennoch überraschend leicht, man denkt nicht permanent an einen "Klotz" am Arm. Das Armband lässt sich gut einstellen. Die von mir getragene Variante mit dem Edelstahlring macht die Uhr somit zu einem Begleiter, der sich auch unter einem Hemdsärmel gut macht und nicht zu dick aufträgt.
Die Uhr macht einen sehr hochwertigen Eindruck, sehr gut verarbeitet und robust. Auch mit Handschuhen auf einer Skitour sind die Knöpfe alle gut zu nutzen.

Der Brustgurt trägt sich sehr angenehm. Er ist weich und drückt an keiner Stelle. Wenn man also auch die Schlaf- bzw. auch Erholungsqualität mithilfe der Uhr bestimmen möchte, stellt er kein Hindernis dar.

Das Display konnte überzeugen, wenn auch die Lesbarkeit bei der V800 von Polar vor allem bei Sonnenlicht noch ein wenig besser ist. Das Display kann man mit einem langen Druck auf den Knopf unten links einfach invertieren.
Trainieren mit der Ambit 3 Peak

Die Uhr beginnt nach einem Druck auf Start mit der Suche des Herzfrequenzsensors und des GPS-Signals. Meistens gibt es schon nach wenigen Sekunden ein Ergebnis und es kann das Training gestartet werden.

Wie bei allen anderen Herstellern kann der Träger die verschiedenen Infobildschirme per Knopfdruck wechseln. Über die Webseite "Movescount" eingestellt werden. Dazu aber weiter unten noch mehr. Bei der V800 besser gelöst: die Möglichkeit, sich ein Intervalltraining anzulegen und danach zu trainieren. Was genau die Bildschirme anzeigen sollen, kann man über Movescount einstellen.

Auswertungen und Movescount-Website

Übersicht einer Einheit im bei der Movescount-Website.
Auf der Movescount-Website werden einem viele Daten angezeigt. Nach einer Übersicht mit Distanz, Erholungszeit, durchschnittlicher Herzfrequenz und Geschwindigkeit stehen detaillierte Darstellungen zur Verfügung. Neben der obligatorischen Karte (Google Maps) liefert Suunto Säulendiagramme und die Möglichkeit, verschiedene Werte miteinander zu vergleichen, bzw. zu überlagern, angepasst an die eigenen Bedürfnisse.
Es gibt verschiedene Ansichten und die sehr praktische Möglichkeit, verschiedene Werte übereinander zu legen.
Säulendiagramm der einzelnen Puls-Trainingsbereiche.
Was ich nach wie vor schade finde (das betrifft aber auch Polar, meinen eigentlichen Favoriten aus dem gesamten Bereich): alle Daten werden auf den Servern gespeichert. Es sollte auch die Möglichkeit geben, sie ausschließlich auf eigenen Geräten zu speichern.

Navigation

Wer in die Berge geht, den wir die Navigationsmöglichkeit per Ambit 3 Peak freuen. Über Movescount können Routen und Wegpunkt erstellt werden. Auch das Importieren einer KML- oder GPX-Datei ist möglich.

Man kann dann die Strecke auswählen und entscheiden, ob man zum letzten oder ersten Punkt navigieren will. Danach werden angezeigt: Eine sehr beschränkte Kartenansicht in hoher Zoomstufe, eine in niedrigstem Zoom und eine Ansicht mit Entfernung und Richtungspfeil. Dieser zeigt dank Kompass auch im Stehen die korrekte Richtung an. Die Navigation ist auch während der Trainingseinheit möglich.

Ich persönlich finde es etwas beschwerlich, mit der Uhr zu navigieren. Wer aber keinen Kompass oder ein eigenes GPS-Gerät dabei hat, wird sich zur Not über die Navifunktionen am Handgelenk sehr freuen. Ich sag nur Whiteout auf der Wasserkuppe ...



Handy-Benachrichtigungen

Auch die Ambit ist mittlerweile Smart. Man kann sich Benachrichtigungen, wie etwa über einkommende Anrufe oder SMS-Nachrichten, auch auf der Uhr anzeigen lassen. Das funktioniert in der Praxis nicht immer gut, manchmal dauert es recht lang, bis Nachrichten weitergeleitet werden. Ich habe das mit einem iPhone 4s getestet.

Persönlich kann ich damit allgemein recht wenig anfangen. Das mag aber daran liegen, dass mein Handy eh meist ohne Ton unterwegs ist und ich nur dann lese und schreibe, wenn ich mir die Zeit nehme. Ich möchte gar nicht sofort informiert werden, wenn eine Nachricht kommt. Aber wie geschrieben: Es funktioniert.

Fazit

Die Ambit 2 war bereits ein sehr gutes Produkt, die Ambit 3 wurde in meinen Augen an den wesentlichen Stellen weiterentwickelt. Unter anderem in Sachen Pulsmessung im Schwimmen. Das Problem dabei ist nur: Wer weitere Sensoren nutzt, wie etwa beim Radfahren oder so, muss auch diese nun von ANT+ auf Bluetooth umstellen und auch hier investieren. Die Smartphone-Benachrichtigungen sind sicher für einige ein Killerkriterium, für mich nicht. Aber zeitgemäß mag das sein.

Alles in allem ist Suunto hier ein tolles Produkt gelungen, das sich in meinen Augen zwischen der für mich nach wie vor sehr guten V800 von Polar und der Garmin fenix einordnet. Wobei: Wer am meisten Wert auf Bergsport-Funktionen legt, der ist mit der Ambit 3 Peak sehr gut beraten. Bezogen werden kann die Uhr direkt über Suunto oder über Amazon und verschiedene Bergsportausrüster.

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